mein Weg zum Stillesein – (01/02)
Was ich über meinen äußeren Weg sagen kann, findest du auf der Hauptsite meiner Domain. Auf dieser Subdomain will ich dich an meinem inneren Weg teilhaben lassen.
Meine Reise in die Stille begann mit einem Ende. Mit dem Ende einer Anstellung. Gekündigt hatte ich selbst. Der Blick zurück tat weh – und der Blick nach vorne war getrübt.
Gerne hätte ich die tröstende Gegenwart Gottes gespürt. Doch wenn ich meine Augen schloss, spürte ich nur Schmerz, Scham und Zweifel.
Ich konnte nicht mehr so beten, wie ich es gewohnt war. Ich kam an den Punkt, an dem ich keinen Sinn mehr darin sah, Gedanken, die sich unablässig im Kreis drehten, in Worte zu fassen. Warum denn sollte ich mich Gott erklären? Ich wusste ja selbst nicht, was mit mir los war. Und sollte er mich nicht viel besser kennen, als ich mich selbst?
Trotzdem sehnte ich mich nach Stille, dannach, dass meine Gedanken endlich zur Ruhe kommen – und letztlich auch mein Herz.
So begann ich am frühen Morgen einen Gebetsraum aufzusuchen, den eine übergemeindliche Initiative eingerichtet hatte. Nicht, um mich in Worten auszudrücken – dieser Weg war mir zur Sackgasse geworden. Ich wollte nur einen geschützten Raum, um ungestört vor Gott verweilen zu können.
Die Stille auszuhalten war schon viel. Manchmal schaute ich mir nur die Bilder an der Wand an. Oft legte ich mich flach auf den Boden, die Stirn auf den Rücken meiner Hände gelegt. Das war mein Gebet – in Form einer Geste. Mehr nicht. Dann fuhr ich wieder nach Hause, ohne auch nur ein Anliegen formuliert zu haben.
Eines Morgens lag ich wieder so da. Doch dieses Mal löste sich eine emotionale Blockade in mir und ich begann zu weinen. Meine Lippen bewegten sich wieder und ich sprach: „Herr, ich kann es einfach nicht fassen … ich kann es nicht fassen; ist das deine Gemeinde?“
Es waren Worte, die aus tiefstem Herzen emporstiegen und das endlose Kreisen meiner Gedanken durchbrachen. Ich spürte wieder eine Verbindung zu mir selbst und zugleich auch eine neue Verbundenheit mit Gott. Die Erfahrung, mit meinem Schmerz und meinen Fragen vor Jesus sein zu dürfen, ließ mich erkennen, dass ich mit meinem Schmerz nicht allein war. Es war auch sein Schmerz. Meine Einsamkeit war durchbrochen.
An diesem Wendepunkt begann meine Reise zum Stillesein.
