wortlos beten – geht das? (01/04)
Vielleicht sollte man die Frage anders stellen: Kann man beten, ohne seine Worte und Sätze aus seinem Verstand heraus zu steuern? Ja, das geht! In der christlichen Tradition hat man dieser Art des Betens verschiedene Namen gegeben: Jesusgebet, Inneres Gebet, Herzensgebet, Ruhegebet und Gebet der Sammlung (Centering Prayer). Es gibt einen übergeordneten Begriff, der aus dem Lateinischen stammt und sie alle umfasst: Kontemplation. Du musst dir den Begriff nicht merken, aber wenn du dich eingehender mit der christlichen Tradition auseinandersetzt, wirst du ihm sicher irgendwann begegnen.
Da der Begriff „Kontemplation“ vielen kompliziert und fremd erscheint, ersetze ich ihn in meinen eigenen Texten mit dem Begriff „Stillesein“. Beide Begriffe bezeichnen nicht nur die Praxis des Zur-Ruhe-Kommens, sondern auch die Haltung, in der man sie ausübt.
Trotz möglicher Varienaten im Detail, wirst du folgenden Merkmalen immer wieder begegnen:
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- Nimm eine aufmerksame und zugleich entspannte Körperhaltung ein.
- Lass dein Denken zur Ruhe kommen, indem du bewusst wahrnimmst.
- Wenn du in Gedanken abgeschweift bist, kehre sanft zu einer äußeren und/oder inneren Wahrnehmung zurück..
- Öffne dich der Gegenwart Gottes, ohne etwas Bestimmtes zu begehren.
Mit diesen einfachen Impulsen kannst du direkt beginnen, dich ins Stillesein einzuüben. Das empfehle ich dir auch. Denn dann können dir die Beiträge auf dieser Website zur Ermutigung auf dem Weg werden, auf dem du bereits unterwegs bist.
