Innehalten ist einfach – oder doch nicht?

Das folgende Beispiel soll verdeutlichen, dass wir keine komplizierten Techniken benötigen, um zur Ruhe zu kommen:

Stell dir vor, du machst mit deiner Familie Urlaub am Meer. Du bist Vater oder Mutter und ihr habt zusammen drei Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Alle haben ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Pläne. Nach einigen Tagen hast du das Gefühl, ständig damit beschäftigt zu sein, den Rest der Familie bei Laune zu halten. Eigentlich wolltest du ja im Urlaub zur Ruhe kommen – aber wie?

Eines Morgens wachst du sehr früh auf. Du stehst auf, verlässt das Ferienhaus und gehst zum nahegelegenen Strand. Dort setzt du dich auf einen Stein, schaust über das weite Meer hinaus, nimmst den rhythmischen Klang der Wellen wahr und siehst die Sonne aufgehen.
Irgendwann ruht dein Blick auf einem Schiff, das am Horizont langsam vorbeizieht.
Du genießt den Moment, nimmst die Ruhe in dich auf und verweilst – ohne Anstrengung, einfach „nur so“, weil es dir guttut. Denn hier öffnet sich ein Raum für dich, in dem du so sein kannst, wie du jetzt gerade bist. Du spürst wieder Leben in dir.

Auf dem Rückweg zum Ferienhaus kaufst du Brötchen und hilfst beim Vorbereiten des Frühstücks  – auch „einfach nur so“.
Du hast bereits etwas erlebt, das ganz dir gehört.
Du bist vergnügt und freust dich auf den Tag.

Natürlich begegnet uns das Leben nicht immer so ideal – und doch kennen viele von uns solche oder ähnliche Erfahrungen. Sie bestehen aus folgenden Elementen:

  • Abstand gewinnen (unterbrechen, aufhören)
  • ankommen (sich setzen, sich diese besondere Zeit gönnen)
  • wahrnehmen (achtsam werden)
  • den Blick ruhen lassen (sich ausrichten)
  • verweilen (genießen)

Nun hat man nicht jeden Tag Urlaub – aber darum geht es hier ja nicht.
Sogar im Urlaub kann man Alltagsstress gegen Freizeitstress tauschen.
Immer ist auch unsere persönliche Einstellung gefragt.

 

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