Gegenwart (02/05)
Wir lassen uns nur dann wirklich auf die Stille ein, wenn wir bereit sind, gegenwärtig zu werden und ganz da zu sein.
Doch was ist Gegenwart?
Wenn du davon ausgehst, dass sich Zeit aus Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden zusammensetzt – wenn du sie chronologisch verstehst –, bleibt von dem, was wir „Gegenwart“ nennen, nicht viel übrig. Denn der Moment, den du gerade wahrnimmst, vergeht schnell. Wäre Zeit nur ein Vorgang, durch den unentwegt Zukunft in Vergangenheit umgewandelt wird, wäre Gegenwart nur ein ganz schmaler Grat, den man letztlich gar nicht wirklich erlebt.
Gegenwart ist im Hebräischen nicht in erster Linie eine Zeitform, sondern eine Person: Gott, der sich Mose offenbart hat. Sein Name (JHWH) offenbart Wesentliches über ihn: Er ist, der er ist und wird sein, der er sein wird. Er ist gegenwärtig!
Was bedeutet diese Erkenntnis für das hebräische Zeitverständnis? Gegenwart wird in Begegnung erfahrbar! In Begegnung erfüllt sich die Zeit.
Diese Wahrheit will entdeckt werden – auch im Stillesein vor Gott.
inspiriert von Martin Schleske in Werk | Zeuge – In Ressonanz mit Gott, bene! 26. Januar
