Der Name „Jesus“
Dein Name ist wie köstliches Salböl!
Hohelied 1,3
Die Kraft eines Namens ist Liebenden vertraut. Der (oder die) Geliebte wird auf geheimnisvolle Weise gegenwärtig, wenn sein (ihr) Name ausgesprochen wird.
Gott ist zwar unergründlich, doch ist er auch kein namenloses Geheimnis.
Er hat sich mit einem Namen offenbart, der „Gott mit uns“ bedeutet.
Erst wenn wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, können wir uns öffnen und uns anvertrauen.
Dass Gott uns in Jesus sein Wort gegeben und seinen Namen offenbart hat,
ist für die christliche Gebetspraxis deshalb grundlegend.
Christliches Beten geschieht im Namen Jesu.
Das bedeutet ein Dreifaches:
in Verbundenheit mit ihm,
in Orientierung an ihm
und schließlich auch durch ihn, – weil wir durch ihn das Recht haben, Kinder seines Vaters zu sein.
Beim Ausatmen im Geist „Jesus“ zu sprechen und beim Einatmen „Christus“, bedeutet, das Geheimnis seines Todes und seiner Auferweckung nachzuvollziehen. Beim Ausatmen lässt du los, was dir anhaftet, beim Einatmen identifizierst du dich mit dem lebendigen, dem realen, dem auferweckten Christus. Seinen Namen anrufen bedeutet also, mit seiner Auferstehungswirklichkeit in Kontakt zu kommen, statt nur über sie nachzudenken.
Wenn du also in Gedanken abschweifst, wendest du dich erneut seinem Namen vertrauensvoll zu. Es ist die Anrufung seines Namens, die deinem Gebet Bedeutung und Richtung gibt.
nach Simon Peng Keller in „Kontemplation – Einübung in ein achtsames Leben“ (S. 71-78)
