Anrufung Jesu II

Während der Anrufung selbst sollte man den Namen nicht ständig „wörtlich“ wiederholen. Wenn man den Namen ausspricht, dann sollte er in den folgenden Sekunden und Minuten der
Ruhe und Sammlung fortklingen.
Die Wiederholung des Namens gleicht dem Flügelschlag eines Vogels, durch den dieser sich in die Lüfte erhebt. Nie darf solches schwerfällig, erzwungen, hastig oder geräuschvoll geschehen. Vielmehr muss es ruhig, leicht und im wahrsten Sinne des Wortes gnadenhaft anmutig sein. Hat der Vogel die gewünschte Höhe erreicht, so gleitet er im Flug dahin und nur von Zeit zu Zeit schlägt er mit seinen Flügeln, um sich in der Luft zu halten.
Genauso kann auch die Seele, wenn sie den Gedenken an Jesus in sich aufgenommen hat und von seiner Gegenwart erfüllt ist, aufhören, den Namen zu wiederholen und im Herrn zu ruhen. Die Wiederholung soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Gefahr besteht, dass das Denken an Jesus von fremden Vorstellungen verdrängt wird. In diesem Fall sollte man wieder mit der Anrufung beginnen, um frischen Auftrieb zu bekommen.

nach einem Mönch der Ostkirche in „Das Jesusgebet“, herausgegeben von Emmanuel Jungklausen (S.28)

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