ankommen im Hier und Jetzt

Es gibt viele Wege, sich zu zerstreuen. Aber es gibt nur einen Weg, sich zu sammeln: Achtsamkeit.

Achtsamkeit bedeutet, aus dem unablässigen Strom der Gedanken herauszutreten und innezuhalten. Es bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was jetzt gerade geschieht – in und um uns. Nicht das, was gestern war. Nicht das, was morgen sein könnte. Sondern das, was in diesem Moment ist: das Rauschen der Blätter im Wind, ein Klang im Raum, der eigene Atem, ein leiser Impuls im Inneren.

Denn alles wirkliche Lernen, jedes Reifen, jedes tiefere Verstehen, beginnt mit Wahrnehmung. Sie ist das Tor zum Leben. Wir nehmen nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft wahr. Unsere Sinne nehmen wahr, was jetzt ist – in diesem Moment, in dem wir atmen, hören, spüren, schauen.

Unsere Gedanken hingegen haben die Tendenz, zu wandern. Sie schweifen ab in Vergangenes und analysieren, vergleichen, bewerten. Oder sie springen vorwärts in die Zukunft – kreisen um Sorgen, schmieden Pläne, konstruieren Szenarien. Das ist ein natürlicher Vorgang, doch wenn wir zu lange darin verweilen, verlieren wir den Kontakt zur Wirklichkeit, wie sie sich uns jetzt gerade zeigt. Wir brauchen kein Spezialwissen, um unsere Wahrnehmung zu erweitern. Viele von uns müssen lediglich lernen, sie zu nutzen.

Da ist unsere Bereitschaft gefragt, das Einfache und Elementare wertzuschätzen, das uns allzu selbstverständlich geworden ist: Eine Blume, ein Vogelruf, die aufgehende Sonne – all das kann uns eine Tür öffnen, durch die wir in das Hier und Jetzt eintreten. Wenn wir wirklich gegenwärtig sind, geschieht etwas Kostbares: Wir kommen an. Bei uns selbst. Und vielleicht auch bei Gott.

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